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Main-Echo 15. September 2007
Gegen absolute Mehrheit
Freie Wähler Wörth nominieren Bewerber für Stadtrat
Wörth. Mit Bürgermeisterkandidat Bernd Lenk an der Spitze treten die Wörther Freien Wähler zur Kommunalwahl am 2. März an. Bei der Aufstellungsversammlung wurde die Liste mit 20 Stadtratsbewerbern und zwei Ersatzkandidaten abgesegnet.
Laut Pressemitteilung streben die Freien Wähler die Zusammenarbeit mit den übrigen Gruppierungen im Stadtrat »für eine auf die Sache ausgerichtete Politik« an. »Wir wollen die absolute Mehrheit einer Partei verhindern«, betonte Lenk bei der Vorstellung des Programms für die kommende Wahlperiode bis 2014. Er kündigte an, dass die Sanierung Neu-Wörths und die Umgestaltung des Bahnhofumfeldes primäre Aufgaben für den neuen Stadtrat und den Bürgermeister bleiben werden.
Als Hauptziel strebt die Gruppierung die Schaffung von kostengünstigem Bauland für junge Familien an. »Für die Schaffung von heimatnahen Arbeitsplätzen muss das Industrie- und Gewerbegebiet Weidenhecken baldmöglichst zur Baureife gebracht werden«, erklärte Lenk. Die Erfahrung zeige, dass die städtischen Finanzen nur durch einen hohen Gewerbesteuer- und Einkommenssteueranteil im Griff gehalten werden könnten. Erreicht werden könne dies durch Zuzug von jungen Familien und Neuansiedlung von Gewerbe.
Im Bereich Ökologie und Umweltschutz ging Lenk auf die Entwicklung von Energiesparkonzepten für alle öffentliche Gebäude ein. In den neu zu erstellenden Bebauungsplänen sollten die Regenwassernutzung, die Regenwasserversickerung und der Einsatz von erneuerbaren und alternativen Energien berücksichtigt werden.
Die begonnene Ganztagsbetreuung von Schulkindern muss laut Lenk ausgebaut werden. Ziel sei, in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen eine gebundene Ganztagsschule mit der Erhaltung des Schulstandortes Wörth – auch der Hauptschule – zu erreichen. Die Kindertagesstätten mit Kindergarten- und Krippenplätzen erforderten volle Unterstützung und Weiterentwicklung, ebenso die Städtepartnerschaft mit Honfleur.
Zur Motivation seiner Bürgermeisterkandidatur merkte Lenk an, das Oberhaupt der Stadt müsse für die Bewohner erreichbar bleiben. Die städtische Verwaltung und der Bauhof litten unter der Führungsschwäche, »weil der Kopf des Rathauses regelmäßig und immer häufiger abwesend ist«. Deshalb forderte er eine Neustrukturierung der Verwaltung und des Bauhofes. In einer regen Diskussion wurde Lenk von den Versammlungsteilnehmern in diesem Punkt vehement unterstützt.
Bei der Vorstellung der Kandidaten verwies Martin Ferber auf die »gute Mischung« aus erfahrenen und jungen Bewerbern bei einem Durchschnittsalter von 44 Jahren. Die Stadtteile seien gleichmäßig vertreten, fast alle Berufsgruppen fänden sich in der Liste wieder. red
